Von Rio Gallegos in die Antarktis

Hallo!
Es ist geschafft, ich bin nun tatsächlich in der Antarktis! Bisher
kann ich berichten: Es gibt doch keine Eisbären, dafür viele Eisberge
und viel Kälte. Doch ersteinmal noch zurück nach Rio Gallegos, von wo
aus meine Reise startete.
Die Nacht war mäßig erholsam. Ich schlief in einem Zimmer mit drei
sehr netten Mechanikern der Luftwaffe. Wir erzählten ein bisschen, was
wir so jeweils bei der Arbeit tun und ich merkte schnell, dass ich es
auch noch länger in der Unterkunft mit ihnen ausgehalten hätte.
Allerdings nicht mit der Raumtemperatur, die dort herrschte. Eine
Gasheizung erhitzte das kleine Zimmer auf bestimmt 25 Grad, gefühlt
waren es locker 30. Auch ein kurzes Lüften änderte mittelfristig
nichts an der Wärme. Also schlief ich so gut wie ohne Decke die noch
zu Verfügung stehenden 6 Stunden.
Um 7 Uhr morgens war das Treffen mit gepackten Sachen geplant. Vorher
wollte ich mich aber noch am wahnsinnigen Frühstücksbuffet laben. Es
bestand aus Kaffee mit Weißbrot und Dulce de Leche. Genau wie die
Spanier, essen die meisten Argentinier morgens fast nichts. Ich hatte
aber noch eine Orange und zwei geschmierte Brötchen aus dem Hotel in
Buenos Aires im Handgepäck.
Auf dem Rollfeld wartete schon die bekannte Herkules. Das Gepäck wurde
verladen und ich ging auch rein. Glücklicherweise hatte ich diesesmal
Ohrstöpsel dabei, die das extrem laute Dröhnen erfolgreich dämpften.
Diesmal hatte ich auch einen anderen „Sitznachbarn“: Einen Bulldozer
von Caterpillar. Das war wirklich etwas eigenartig… Man sitzt direkt
vor einem mehrere Tonnen wiegenden Ungetüm und hofft, dass die Ketten,
mit denen es fixiert war, bei Start und Landung halten…
Der Flug dauerte etwa 3,5 Stunden und schon nach etwa 2 konnte man die
ersten, vereinzelten Eisberge sehen. Die Dichte nahm kontinuierlich zu
und auf einmal tauchte dann die erste Küstenlinie auf. Es war wirklich
unbeschreiblich schön. Als dann die ersten Gletscher ins Blickfeld
kamen bekam ich echt einen große Klos in den Hals. Unbeschreiblich
schön und ich hab sowas noch nie gesehen.
Die Landung auf der Schotterpiste von der Basis Marambio war zwar
etwas holpriger als auf Asphalt, aber dafür ist die Herkules ja
ausgelegt. Nach der Ankunft ging es dann sehr entspannt zu. Schnell
wurde klar, dass es heute nicht weitergehen würde wegen des Nebels.
Die Basis Marambio liegt auf einem Plateu etwa 70 Meter über dem Meer.
Und zwischen der TIMCA und Marambio hatte sich eine dichte Nebeldecke
gelegt. Da kann kein Helikopter fliegen.
Nun bin ich in einem Raum mit 12 Betten untergebracht und hoffe
darauf, dass es morgen weitergeht. Das hängt im Wesentlichen vom
Wetter ab… Es gibt hier Gerüchte, dass die TIMCA erst in 5 Tagen
hier losfährt. Es ist auch noch nicht ganz klar, welche Basis dann als
nächstes angelaufen wird. Das hängt wiederum vom Eis ab. Da man es
selber sowieso nicht ändern kann, heißt es nun, einfach abzuwarten und
jederzeit bereit zu sein um innerhalb von wenigen Minuten
aufzubrechen.
Mal sehen von wo ich mich das nächste mal melde!
Viele Grüße,
Lukas

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