Von Buenos Aires nach Rio Gallegos

Die Organisation der Argentinier ist etwas anders und unverbindlicher zu vestehen, als ich es aus Deutschland bisher gewohnt war. Es ist zwar unverbindlicher und man kann sich auf Zusagen nicht immer verlassen, aber daran muss man sich eben gewöhnen. Der neuste, bewusst pessimistisch ausgegebene Zeitplan sah vor, dass ich erst am 11. März von Buenos Aires weiterfliegen würde. Um aber Hotelkosten zu sparen, gab es auch die Möglichkeit, mich kostenlos in Unterkünfte der argentinischen Luftwaffe unterzubringen. Um mir, bzw dem AWI, bzw. dem Steuerzahler, also euch und schon wieder mir, Geld zu sparen, nahm ich die Gelegenheit wahr und flog heute morgen mit einer Herkules C-130 von Buenos Aires nach Rio Gallegos. Der Flug war mit Abstand der lauteste, den ich je erlebt habe. Zivile Passagiermaschinen sind scheinbar besonders schallisoliert. Zum Glück hatte ich Kopfhörer (so kleine zum direkt in die Ohren stecken) dabei. Die dämpften zumindest einige hohe Frequenzen und der Lärm wurde erträglich. Zusammen mit mir waren noch drei andere Mitarbeiter vom IAA (Instituto Antartico Argentino) bzw vom DNA (Direccion Nacional  Antartica) mit an Bord. Während das IAA eher für die wissenschaftlichen Aufgaben zuständig ist, kümmert sich das DNA um die Koordinierung der Unterhaltung der Stationen zusammen mit dem Militär. Außerdem noch etwa 15 andere Personen, zum Teil in Uniform, zum Teil zivil und auch ein etwa 6 jähriges Mädchen mit Eltern. Der Flug dauerte ziemlich genau 4,5 Stunden und ich wusste zu Glück vorher, dass es keine Toilette an Bord gibt. 

In Rio Gallegos gelandet wurde mit dem Ausladen der Fracht begonnen. Eigentlich solle die Maschine direkt weiterfliegen nach Marambio. Das ist die für die Luftwaffe wichtigste Station in der Antarktis und dient als „südliches Drehkreuz“. Dort ist jetzt angeblich auch schon die TIMCA, das Schiff, auf das ich soll. Eigentlich erst am 11. März oder so, aber jetzt auf einmal sollte ich heute schon mitfliegen. Wegen der Verschiebung geht es nun aber (eventuell) morgen früh los. Den Abend habe ich mit Carlo, einem Mitarbeiter des DNA in Rio Gallegos verbracht. Es gab einen Kleinbus der Luftwaffe, der 10 Leute aus den Unterkünften hier auf dem Flughafen in die Stadt gebracht hat. Es wurde ein Aufenthalt von genau einer Stunde abgemacht. Carlo und ich waren pünktlich und mussten noch auf den Bus warten – dachten wir. Denn der war scheinbar schon vorher gefahren. Das merkten wir dann auch an der Abwesenheit der anderen 8 Fahrtgäste…

Wir nahmen die Chance wahr und gingen in ein nahgelegenes Restaurant. Dort gab es für 110 Pesos ein all-you-can-eat-Buffet. Und dort aß ich mein bisher bestes Rindsteak meines Lebens. Frisch vom Grill und richtig perfekt zubereitet! Mit vollen Bäuchen haben wir dann das nächste Taxi genommen und nun bin ich wieder in den „Gamelas“, wie die Unterkunft hier heißt. Es ist im Wesentlichen eine militärische Jugendherberge. Zimmer mit 3 bis 8 Betten, ein militärisches Sauberkeits- und Ordnungsgebot welchess regelmäßig mit der argentnischen Lebensweise interferriert und wirklich sehr sehr nette Leute.

Nun muss ich noch meine Sachen für morgen passen. Es kann sein, dass man in Marambio gerne mal ein paar Stunden warten muss und es sind -5 Grad angesagt, die sich aber auch gerne kälter anfühlen, wie mir gesagt wurde.

Spannend finde ich, wie nah ich schon an der Antarktis dran bin. Der Flug mit der relativ langsamen Herkules morgen wird nur 3 Stunden dauern und schon ist man auf der antarktischen Halbinsel…

Ich weiß nicht, wie gut und ob ich überhaupt Internet auf der TIMCA haben werde. Ich werde dann wieder berichten und auch noch einen Bericht aus der Zeit in Buenos Aires nachreichen.

Viele Grüße,

Lukas

Hier ein paar Bilder:
http://schack24.de/?attachment_id=39
 
 

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