Arbeiten und Warten in Esperanza

Am Freitagmorgen klingelte der Wecker schon sehr früh. Ich musste die GPS-Messung überwachen und den Akku wechseln. Da sah ich in der Bucht vor der Base Esperanza die TIMCA liegen. Ich plante schon, wie ich alle Sachen zusammenpacken würde um dann zum Übersetzen auf die TIMCA bereit zu sein. Aber ich wusste auch, dass erst noch Fracht verladen werden müsste und daher ließ ich es erstmal ruhig angehen. Außerdem habe ich ja auch schon in den vergangenen drei Wochen viel dazugelernt, was das Zeitmanagement angeht.

Doch die TIMCA war keine drei Stunden da sondern fuhr direkt weiter zur Isla 25 de Mayo (King George Island). Denn der Helikopter der TIMCA ist unreperabel beschädigt. Er muss ausgetauscht werden und dafür wird erstmal ein neuer Motor benötigt. Ohne Motor kein Hubschrauber und damit auch kein Be- und Entladen. Also heißt es warten… Für mich gab und gibt es aber noch einen Plan B: Die Überwinterer-Mannschaft für San Martin fährt auf einem gecharterten Schiff am 25.3. von Ushuaia, also dem südlichen Ende Argentiniens auf dem südamerikanischem Kontinent, nach San Martin. Also muss ich bis nächste Woche Montag nach Ushuaia kommen. Die Route sieht so aus: Mit dem Heli oder der Twinotter von Esperanza wieder nach Marambio. Von dort weiter mit der Herkules nach Rio Gallegos und dann mit Bus oder Flugzeug nach Ushuaia. Das Schiff wird die Polar Pioneer sein und etwa 4 bis 5 Tage nach San Martin benötigen. Also werde ich gleich zweimal in der Antarktis ankommen…

Am Samstag dann hieß es morgens, das nachmittags der Flieger nach Marambio gehen sollte. Da ich aber die GPS-Messung noch laufen hatte, fragte ich, wie viel Zeit ich von der Bestätigung des Fluges bis zum tatsächlichen Aufbrechen auf den Gletscher hätte. Man sagte mir eine Stunde. Das hätte locker gereicht um alles abzubauen, zu dokumentieren und ordentlich einzupacken. Doch gegen 4 hieß es auf einmal, dass ich JETZT los müsse… Also habe ich alles im Rekord-Tempo abgebaut, sicher für den Transport aber unordentlich verpackt und war in rund 15 Minuten abfahrbereit. Dann war es wirklich wie in einer Sketch-Show: Ich war genau dann fertig, als ich übers Funkgerät hörte, dass sich die Sicht grade drastisch verschlechtere und ein Landen nicht sicher möglich ist. Daher bin ich nun immer noch in Esperanza. Die Messung konnte jedoch erfolgreich beendet werden.

Am Samstagabend gab es dann ein gemeinschaftliches Abendessen mit allen Bewohnern der Basis. Wie ich im letzten Eintrag ja schrieb, sind auch ein paar Familien da und so war es ein lautes und buntes Pizza-Essen und eine sehr angenehme Abwechslung. Heute kam ein holländischer Dreimaster mit einigen Touristen vorbei. Die Umgebung ist wirklich spektakulär, ich habe schon zwei längere Touren rund um die Basis unternommen. Ein paar Eindrücke sind unten zu sehen.

Nun warte ich also auf besseres Wetter und hoffe, rechtzeitig bis Montagmittag in Ushuaia zu sein…

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