Immernoch in Marambio

Hallo ihr Lieben!

Fast eine ganze Woche war das Wetter zu schlecht, um mit dem
Helikopter oder auch dem Flugzeug zu fliegen. Das größte Problem war
der Nebel, der meistens schon morgens vorhanden war, dann über den Tag
zunahm und zum Abend hin mehr wurde. So ging das mehrere Tage lang.
Gestern dann wussten wir, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit heute
bessere Bedingungen herrschen würden. Daher gab es gestern schon eine
Schulung für den Umgang mit startenden und landenden Helikoptern. Man
darf sich zB nur von bestimmten Positionen aus dem Hubschrauber
nähern, niemals ohne ein Mitglied der Crew ein- oder aussteigen, sich
beim Nähern und Entfernen ducken usw. Heute Morgen konnte man endlich
mal wieder weit aus den Fenstern gucken und man merkte schon, dass es
noch weiter aufklaren würde. Es sah also sehr sehr gut aus für eine
neue Etappe!

Nun wurde alles in Bewegung gesetzt. Ich packte meine Sachen mal
wieder zusammen und war pünktlich an dem Ort, wo sich all die treffen
sollten, die nach Esperanza fliegen wollten. Doch dann kam die
Meldung, dass ich auch direkt nach Carlini gelangen könnte. (Carlini
ist die erste Station, wo ich was im Rahmen der geplanten Kampagne zu
tun habe). Es sollte noch heute Nachmittag eine Herkules von Rio
Gallegos kommen, die dann weiter nach Frei, einer chilenischen Basis,
fliegt. Von dort wäre es dann mit einem kleinen Boot die letzten 30km
über eine Bucht nach Carlini gegangen (Isla 25 de Mayo oder
King-George-Island). In Esperanza hatte ich sowieso nichts zu tun und
es erschien mir weitaus sinnvoller, schon in Carlini zu sein um dort
in Ruhe einen Teil der Arbeiten durchzuführen. Eine Aufgabe ist
beispielsweise das Einmessen eines Höhenpunktes per GPS. Dabei gilt
grob gesagt: „Je länger, desto besser.“ Und bis die TIMCA dann in
Carlini wäre, hätte ich mehrere Tage Zeit dafür gehabt. Anderenfalls
hätte ich nur wenige Stunden während des Be- und Entladens gehabt.
(Ich schreibe bewusst im Konjunktiv, da ich mir angewöhnt habe, auch
im Konjunktiv zu denken…)

Also verabschiedete ich mich von den Kollegen, die nach Esperanza
flogen und hatte nun noch den Nachmittag frei. Gegen 15h sollte es
losgehen nach Frei. Ich wartete mal wieder, machte draußen ausgiebig
Fotos, denn das Wetter war ja wirklich wunderschön. Dann wurde es mir
aber zu kalt und ich setzte mich in einen Aufenthaltsraum. Dort kam
dann der Koordinator rein um in Ruhe zu telefonieren… Ich verstand
nicht alles, aber auf jeden Fall war eine Nachricht, dass die Herkules
heute nicht nach Marambio fliegen würde… Also wiedermal eine
Planänderung. Nun sollte es in einer kleinen Twinotter-Maschine nach
Frei gehen. Die war aber für heute schon verplant. „Nun also wohl
morgen“, hieß es dann.

Jetzt sitze ich hier grade in der Bibliothek und höre draußen auf dem
Flur, wie der Koordinator mit einem der Piloten über den morgigen Tag
redet. Und siehe da, es wird wieder etwas geändert. Jetzt vll doch mit
dem Helikopter… Letztendlich ist es mir ja auch total egal..
Hauptsache, ich komme mal weiter und kann endlich etwas vernünftiges
arbeiten…

Der Helikopter der TIMCA wiederum hat leider technische Probleme und
vll wird sich dadurch noch etwas verzögern… Noch bin ich auf jeden
Fall im Zeitplan!

Ich lerne auf jeden Fall, dass es auch eine andere Art der
Organisation gibt. Es muss nicht immer nur den einen Plan, der dann
durchgezogen wird, geben. Es funktioniert scheinbar auch anders! Das
ist eben die Antarktis und der Mensch hier ist noch wirklich abhängig
von der Natur.

Ganz liebe Grüße an alle!
Lukas

2 Gedanken zu „Immernoch in Marambio

  1. nachdem am letzten wochenende warmes wetter war, haben henny und ich ordentlich im garten gearbeitet. und nun … alles ist mit schnee bedeckt, dazu heute blauer himmel, schade, dass ich arbeiten muss.
    ich warte sehnsüchtig auf deine fotos und bin in gedanken viel bei dir und claudia.
    hg
    mama

  2. Hallo Lukas, es ist wieder einmal schön deine Erlebnisse mitzuerleben. Nun stell dir mal vor, du müßtest zwischen den einzelnen Stationen dort auch noch Zoll machen ??? Na da käme Freude auf. Ich sehe dich schon am Ziel ankommen, schnell das Kabel reparieren, kalibrieren und alles wieder einpacken,weil die Maschine die dich gebracht hat, mittlerweile aufgetankt hat und dich wieder zurück nimmt, damit du die nächsten Termine schaffen kannst. Also wenn du kannst – immer fleißig schreiben. Hier ist auch der Winter mit Frost und Schnee zurückgekehrt. Ist mir aber fast egal – hab ja ne Standheizung. Allso alles Gute aus der Heimat – Gruß Jens

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